Mineralienkunde

Mineralienkunde

Wasser, Mineralstoffe und Spurenelemente

Wir danken Frau Anne Endrizzi, dipl. Lebensmittel-Ingenieurin ETHZ, für die kompetente Mitarbeit und die Recherchen.

Um gesund funktionieren zu können, braucht der Körper Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die mit der Nahrung aufgenommen werden müssen. Mineralwässer enthalten, wie der Name es sagt, ebensolche Mineralstoffe.

Unser Leitungswasser stammt im Mittelland meist aus Grund- oder Seewasser. Im Alpen- und Juragebiet werden zusätzlich auch Quellen angezapft. Das Wasser ist in der Schweiz sorgfältig aufbereitet, kontrolliert und hygienisch unbedenklich. Allerdings erreicht selbst das beste Leitungswasser nie den Standard von Mineralwasser, da dieses ursprünglich rein ist - Trinkwasser hingegen oft aufbereitet.

Gewisse Mineralstoffe werden vom menschlichen Körper für lebenswichtige Funktionen benötigt und werden als essenziell bezeichnet. Benötigt der Körper von einem Element mehr als 50 Milligramm pro Tag, nennt man es Mengenelement, benötigt der Körper jedoch weniger, bezeichnet man es als Spurenelement.

Mengenelemente Spurenelemente
Natrium
Kalium
Chlorid
Calcium
Phosphor
Magnesium
Eisen
Zink
Iod
Fluorid
Selen
Kupfer
Mangan
Chrom
Molybdän
usw.

Jedes Mineralwasser weist ein ihm eigenes charakteristisches Profil an Mineralstoffen auf. Dies kommt auch in Artikel 280 der Lebensmittelverordnung (LMV) zum Ausdruck: "Natürliches Mineralwasser muss sich auszeichnen durch besondere geologische Herkunft, Art und Menge der mineralischen Bestandteile, ursprüngliche Reinheit sowie durch die im Rahmen natürlicher Schwankungen gleichbleibende Zusammensetzung und Temperatur."

Die Menge aller Mineralien im Trockenzustand liegt bei zahlreichen natürlichen Mineralwässern zwischen 50 und 1500 Milligramm pro Liter.

Bei Personen, die Milchprodukte meiden, sei es, weil sie sie nicht mögen oder weil sie sie nicht vertragen (Laktoseintoleranz), fehlt meist der Mineralstoff Calcium. Sportler ihrerseits haben einen erhöhten Bedarf an Magnesium.

Calcium und Magnesium sind nicht nur an zahlreichen wichtigen Körperfunktionen beteiligt, sondern regulieren sich auch gegenseitig. Valser enthält beide in vorteilhaften Mengen. So ist Valser dank seiner natriumarmen Zusammensetzung das ideale Getränk für eine natürliche, salzreduzierte Ernährung. Somit eignet sich Valser allgemein zur Flüssigkeitszufuhr, wirkt aber auch zum Beispiel bei Störungen des Mineralstoffwechsels, zur Verhütung und Behandlung von Nierensteinen sowie bei Verdauungsstörungen, Knochensubstanzabbau (Osteoporose), Muskelkrämpfen usw. unterstützend.

Vom breiten Spektrum der gesamtheitlich wichtigen in Valser enthaltenen Mineralstoffe und Spurenelemente verdienen vor allem Calcium und Magnesium erwähnt zu werden, denn Valser stellt für diese zwei Mineralstoffe eine wichtige Quelle dar.

Calcium

Calcium ist ein lebensnotwendiger Mineralstoff für einen gesunden Knochenbau und starke Zähne. Unser Körper enthält ca.1 Kilogramm Calcium, mehr als 99 Prozent davon befinden sich in Knochen und Zähnen. Calcium kommt in tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln vor; Hauptquellen sind Milchprodukte und einige Mineralwässer.

Calcium Funktionen:

  • Unerlässlicher Bestandteil von Knochen und Zähnen
  • Wichtig für die Reizübertragung im Nervensystem und die Erregbarkeit von Muskelzellen
  • Notwendig für die Blutgerinnung

Calcium-Mangelerscheinungen:

  • Osteoporose (Knochenschwund)
  • Hypokalzämie (zu niedriger Calcium-Spiegel im Blut), die zu neuromuskulärer Übererregbarkeit führt.

Mögliche Gefahren einer Calcium-Überdosierung:

  • Als unbedenkliche obere Zufuhrmenge für Erwachsene gelten 2 Gramm (Bedingung: Urinvolumen grösser als 2 Liter pro Tag).
  • Zeichen einer Überdosierung können Calcium-Ablagerungen in den Weichteilen sowie bei entsprechend veranlagten Personen mit ungenügender Trinkmenge Harnsteine sein.

Referenzwerte für die tägliche Zufuhr (Empfehlungen gemäss www.ssg-ssn.ch):

  • Kinder und Jugendliche: 1200 Milligramm
  • Erwachsene: 1000 Milligramm*

* Gemäss Verordnung des EDI über den Zusatz essenzieller oder physiologisch nützlicher Stoffe zu Lebensmitteln (SR 817.022.32, Anhang I) beträgt der tägliche Bedarf eines Erwachsenen 800 Milligramm.

Aktuelle Situation in der Schweizer Bevölkerung:

Auf den ersten Blick erscheint die Calcium-Zufuhr der Schweizer Bevölkerung zufriedenstellend. Der angenäherte Verzehr betrug 1100 Milligramm pro Person und Tag im Jahr 2001/2002. Dieser Wert liegt über der gewichteten empfohlenen Zufuhr von 985 Milligramm.

Eine Ernährungserhebung im Kanton Waadt, durchgeführt in den Jahren 1996/1997 bei 11- bis 16-jährigen Jugendlichen kommt jedoch zum Schluss, dass 81,5 Prozent der Mädchen und 61,5 Prozent der Jungen weniger als die empfohlene Dosis konsumieren. Die durchschnittliche Calcium-Aufnahme lag bei den Mädchen bei 813 Milligramm und bei den Jungen bei 911 Milligramm.

Eine repräsentative Erhebung in der Stadt Zürich ergab zudem, dass sich 22 Prozent der 45- bis 54-Jährigen Frauen zu calciumarm ernähren. In einer weiteren Erhebung an Zürcher Frauen im Alter von 25 bis 35 Jahren lagen die Aufnahmewerte an Calcium durchschnittlich unter den Empfehlungen, womit für einen Teil der Probandinnen ein Defizitrisiko bestand. Und eine Studie in Genf ergab für Schweizer eine Aufnahme von 1020, für Ausländer 843 Milligramm Calcium pro Tag, für Schweizerinnen 764 und für Ausländerinnen 747 Milligramm Calcium pro Tag. Auch bei St. Galler Schülern und Schülerinnen lag die durchschnittliche Calcium-Zufuhr unter den Empfehlungen.

Bemerkungen:
Vitamin D fördert die Aufnahme von Calcium.

Oxalate (zum Beispiel aus Rhabarber und Spinat), Phytate und Lignine (aus Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten) wirken eher hemmend auf die Calcium-Aufnahme. Dies spielt aber bei üblichen Ernährungsgewohnheiten nur eine untergeordnete Rolle.

Magnesium

Magnesium spielt bei Kindern eine wichtige Rolle im Skelettaufbau, zudem ist er bei allen Altersklassen für eine normale Muskelfunktion notwendig. Ebenso ist Magnesium unerlässlich für einen gesunden Energiestoffwechsel.

Magnesium ist unabdingbar für Knochen und Zellen, speziell die Muskelzellen, und für viele Enzyme. Über ein magnesiumreiches Mineralwasser (> 100 Milligramm pro Liter) kann der erhöhte Bedarf gedeckt werden. Anzeichen von Magnesiummangel sind unter anderem Nervosität, Übelkeit und Muskelkrämpfe.

Der Körper eines Erwachsenen enthält ca. 25 Gramm Magnesium, 60 Prozent davon befinden sich in den Knochen und 30 Prozent in den Muskeln.

Magnesium-Funktionen:

  • Magnesium spielt eine wichtige Rolle bei der Reizübertragung im Nervensystem und bei der Muskelkontraktion.
  • Magnesium ist am Aufbau von Knochen, Sehnen und Zähnen beteiligt.
  • Magnesium vermindert wie Calcium das Risiko von Blutgerinnseln und hilft gegen Muskelkrämpfe.
  • Magnesium aktiviert zahlreiche Enzyme, besonders jene des Energiestoffwechsels.
  • Magnesium ist an der Synthese der DNS (Erbsubstanz) beteiligt.

Magnesium-Mangelerscheinungen

  • Bei üblicher Ernährung ist ein Magnesiummangel sehr selten.
  • Auslöser können jedoch chronischer Alkoholkonsum, chronische Einnahme verschiedener Medikamente sowie Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes sein.
  • Neigung zu Muskelkrämpfen.
  • Funktionsstörungen von Herz- und Skelettmuskulatur.
  • Nervosität.
  • Übelkeit.

Mögliche Gefahren einer Magnesium-Überdosierung:

Als unbedenkliche obere Zufuhrmenge für Erwachsene gelten (zusätzlich zu den Magnesiummengen aus der Nahrung) 350 Milligramm.
Symptom einer akuten Überdosierung (3 bis 5 Gramm pro Tag) ist Durchfall.

Referenzwerte für die tägliche Magnesium Zufuhr (Empfehlungen gemäss www.ssg-ssn.ch):

  • Kinder: 310 Milligramm
  • Jugendliche: Mädchen 350 und Knaben 400 Milligramm
  • Erwachsene: Frauen 300 und Männer 350 Milligramm
  • Schwangere: 310 Milligramm, Stillende: 390 Milligramm
  • Die empfohlene Tagesmenge steigt bei intensiven Ausdauerbelastungen und bei Training unter Hitze stark an.

* Gemäss Verordnung des EDI über den Zusatz essenzieller oder physiologisch nützlicher Stoffe zu Lebensmitteln (SR 817.022.32, Anhang I) beträgt der tägliche Bedarf eines Erwachsenen 800 Milligramm.

Aktuelle Situation in der Schweizer Bevölkerung:

Der durchschnittliche Magnesium-Verbrauch von 344 Milligramm pro Person und Tag im Jahr 2001/2002 (angenäherter Verzehr 312 Milligramm) deutet auf eine suboptimale Magnesium-Versorgung der in der Schweiz lebenden Personen hin. Ganz besonders bei Personen, die Leistungssport betreiben oder unter Stress leiden, steigt der Magnesiumbedarf, so dass ein tatsächlicher Mangel entstehen kann.

Quellen: 5. schweizerische Ernährungsbericht 2005 sowie www.ssg-ssn.ch.

Fluorid

Im Gegensatz zu Calcium und Magnesium gehört Fluorid nicht zu den Mineralstoffen, sondern zu den Spurenelementen. Fluorid hilft beim Aufbau und der Erhaltung von gesunden Zähnen.

Der Körper eines Erwachsenen enthält ca. 2 bis 5 Gramm Fluorid. Es befindet sich fast ausschliesslich in den Knochen und Zähnen.

Ein Liter Valser enthält 0,6 Milligramm Fluorid, was einem Prozentanteil von 17 Prozent des Tagesbedarfes eines erwachsenen Menschen entspricht. Das ist wichtig, denn obwohl viele Lebensmittel zwar kleine Mengen von Fluorid enthalten, ist die einzige wichtige Fluoridquelle in der Schweiz das fluoridierte Speisesalz (250 Milligramm pro Kilo).

Fluorid-Funktionen:

  • Unterstützt die eine kariesvorbeugende WirkungKariesprävention.
  • Spielt eine Rolle bei der Mineralisation von Knochen und Zähnen.

Fluorid-Mangelerscheinungen:

  • Erhöhtes Risiko für Karies.

Mögliche Gefahren einer Fluorid-Überdosierung:

  • Als unbedenkliche obere Zufuhrmenge für Erwachsene gelten 10 Milligramm.
  • Symptome einer akuten Überdosierung (mehr als 1 Milligramm pro Kilo Körpergewicht) sind Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen.
  • Zeichen einer chronischen Überdosierung (mehr als 10 Milligramm pro Tag während mehr als 10 Jahren) sind Skelettfluorose mit Gelenkschmerzen und -versteifungen. Bei Kindern bis 8 Jahren führt eine chronische Überdosierung (mehr als 0,1 Milligramm pro Kilo Körpergewicht pro Tag) ausserdem zu weisslichen bis bräunlichen Zahnverfärbungen.

Referenzwerte für die tägliche Fluorid Zufuhr (Empfehlungen gemäss www.ssg-ssn.ch):

  • Kinder: Mädchen 2,9 und Knaben 3,2 Milligramm
  • Jugendliche: Mädchen 2,9 und Knaben 3,2 Milligramm
  • Erwachsene: Frauen 3,1 und Männer 3,8 Milligramm

Aktuelle Situation in der Schweizer Bevölkerung:

Das Zusammenwirken von kollektiven (Salzfluoridierung und Fluoridzahnpasten), semikollektiven (Vorbeugungsprogramme in Kindergarten und Schulen) und individuellen Präventionsmassnahmen hat in der Schweiz eine drastische Reduktion des Kariesbefalls bewirkt. In den letzten 40 Jahren erreichte die Verminderung des Kariesbefalls im bleibenden Gebiss von Kindern und Schülern beinahe 90 Prozent.

Seit 1983 ist in der ganzen Schweiz das iodierte und fluoridierte Speisesalz erhältlich (250 Milligramm Fluor pro Kilo Speisesalz). Eine Ausnahme bildet Basel-Stadt: Hier wurde das Trinkwasser bereits 1962 fluoridiert. Seit 1994 liegt der Marktanteil von fluoridiertem, verpacktem Speisesalz bei über 80 Prozent; im Jahr 2001 waren 85 Prozent des in der Schweiz verkauften Speisesalzes iodiert und fluoridiert. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Karies- und Kropfvorbeugung geleistet, ohne dass Mehrausgaben für den Konsumenten anfallen.

Quellen: Orale Gesundheit in der Schweiz, Monitoring März 2003, Giorgio Menghini sowie www.ssg-ssn.ch.

Sulfat

Sulfatwässer werden häufig zu den Heilwassern gezählt und bei Leber-, Gallen- und Darmkrankheiten eingesetzt. Sulfat regt die Darmtätigkeit an. Eine abführende Wirkung kann sich bereits ab einer täglichen Dosis von 1000 mg Milligramm einstellen. Für Kleinkinder sind Wässer mit hohem Sulfatgehalt (> 250 mg/lMilligramm pro Liter) weniger geeignet, da in seltenen Fällen eine abführende Wirkung beobachtet wurde.

Quellen: Ärzte Merkblatt vom Deutschen Grünen Kreuz sowie "Sulfate in drinking water", WHO, 2004.

Valser zählt mit seinen 941 Milligramm pro Liter zu den Mineralwässern mit besonders hohem Sulfatgehalt, was sich auf seinen charakteristischen Geschmack auswirkt. Valser ist somit ideal bei Darmträgheit, sollte aber für die Zubereitung von Babyschoppen nicht unbedingt verwendet werden. Kinder ab 2 Jahren können ohne Weiteres ein bis zwei Gläser Valser pro Tag trinken - bei dieser Menge ist eine abführende Wirkung nicht zu erwarten.

Natrium

Das aufgenommene Natrium stammt meist aus Kochsalz, das aus Natrium und Chlorid besteht. Beide werden vom menschlichen Organismus benötigt. Da die Höhe der Salzaufnahme - zumindest bei salzsensitiven Personen - die Höhe des Blutdrucks beeinflusst, wird eine Reduktion des Salzverzehrs empfohlen.

In der Schweiz hat eine Arbeitsgruppe der Eidgenössischen Ernährungskommission (EEK) für das Bundesamt für Gesundheit (BAG) einen Bericht über Salzkonsum und Bluthochdruck zusammengestellt, in dem sie wie die meisten anderen Länder und die WHO eine Reduktion des Kochsalzkonsums auf 6 Gramm pro Tag empfiehlt. Die Reduktion des Salzkonsums ist auch eines der durch Public Health Schweiz definierten Ernährungsziele für die Schweiz.

Auch die Lebensmittelpyramide empfiehlt Speisen zurückhaltend zu salzen und zudem iodiertes und fluoridiertes Speisesalz zu verwenden. Auch bei der Erstellung der neuen Lebensmittelpyramide wurde Speisesalz mit einem Zielbereich von 6 Gramm pro Tag berücksichtigt.

Valser gehört mit seinen lediglich 10,5 Milligramm Natrium pro Liter zu den natriumarmen Mineralwässern. Da die meisten Personen ohnehin mehr Kochsalz als empfohlen zu sich nehmen, sollte - ausser in Ausnahmefällen (starker Durchfall, übermässiges Schwitzen, zu tiefer Blutdruck) - Mineralwasser mit niedrigem Natriumgehalt gewählt werden.

Die in der Schweiz übliche Überversorgung mit Natrium führt bei Gesunden kaum zu Problemen. Nierengeschädigte Patienten (Niereinsuffizienz, Nierenbeckenentzündung) oder Personen mit hohem Bluthochdruck bzw. Herz-Kreislauf-Problemen sollten jedoch darauf achten, Wasser mit niedrigem Natriumgehalt zu wählen.

Aktuelle Situation in der Schweizer Bevölkerung:

Für die Schweiz existieren keine genauen Daten über den Salzkonsum. Der durchschnittliche Kochsalzkonsum in der Schweiz beträgt - je nach Quelle und je nachdem, ob nur das zugesetzte Salz oder zusätzlich auch das versteckte Salz aus Lebensmitteln berücksichtigt wird - 9 bis 17 Gramm pro Person pro Tag und liegt damit eineinhalb bis fast drei Mal so hoch wie die empfohlene Tageszufuhr von 6 Gramm.

Bemerkung:
Salz besteht aus Natrium und Chlorid, und zwar im folgenden Verhältnis:
1 Gramm Salz (NaCl) = 400 Milligramm Natrium (Na) und 600 Milligramm Chlorid (Cl). Der Umrechnungsfaktor beträgt somit 2,5: 2,5 Milligramm Salz = 1 Gramm Natrium.

Quellen: 3., 4. bzw. 5. Schweizer Ernährungsbericht, Bericht der eidgenössischen Expertenkommission der EEK: "Salzkonsum und Bluthochdruck", Ernährungspyramide der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung.